City and Colour – ein Abend mit ganz viel Gefühl

Es gibt Solo-Projekte, die ergeben einfach Sinn und bereichern die Welt. So wie das des Alexisonfire-Gitarriten Dalles Green, mit dem er ganz offensichtlich seine gefühlvolle Seite auslebt. City and Colour lautet der Name dieses Projekts, das sich aus dem Vor- und Nachnamen Dallas Greens ergibt. Mit ihm kam am Samstag ein ganz großer und wunderbarer Künstler nach Köln, der das Palladium und sein Publikum in eine bluesige, nebelige und gefühlvolle Aura hüllte.

Die Vorarbeit hierzu leistete erst einmal die britische Sängerin und Songwriterin Lucy Rose mit Band. Sie ist eine aufstrebende junge Künstlerin, die hierzulande leider noch keinen allzu hohen Bekanntheitsgrad genießt. Umso mehr freue ich mich, dass sie bei dieser Tour die Gelegenheit hat zu zeigen, was in ihr steckt. Und diesen Job erledigte sie mehr als gut. Mit ihrer glasklaren Stimme bezauberte sie das Publikum, wechselte zwischen Akustik- und E-Gitarre, schnell und langsam, gefühlvoll und lebendig. Perfekt begleitet und unterstützt durch ihre Band präsentierte sie Stücke aus ihren beiden Alben „Like I Used To“ und „Work It Out“. Ein ganz wunderbarer Auftritt dieser talentierten jungen Künstlerin.

Und dann war er da: Dallas Green alias City and Colour mit seiner großartigen Band. Wer die Umbaupause gerade noch für eine Plauderei nutzte, den ließ der Kanadier mit seinem gefühlvollen Opener „Woman“ verstummen und nahm ihn direkt mit in seine bluesige Welt. Für Songs wie „Woman“ als Einstieg liebt man als Fotograf einen Künstler besonders; es ist nämlich gute 9 Minuten lang und macht die 3-Songs-Regelung so etwas erträglicher. Fast wortlos, aber nicht nahtlos, ging es von Lied zu Lied. Man merkt, dass Dallas zwischen den Stücken nicht gerne reden mag. So entstand zwischen dem einem Lied und dem nächsten schon mal ein wortloses Nichts, während er die Gitarre wechselte, sein Equipment neu adaptierte, oder die Band sich auf den nächsten Song einstellte. So etwas kann ja schnell mal beklemmend wirken, tat es aber nicht, sondern unterstrich hier nur auf ganz liebenswerte Weise die Eigentümlichkeit des Künstlers. Trotz seiner Wortkargheit ließ Dallas es sich nicht nehmen, dem Publikum für seine Unterstützung zu danken, denn in Köln spielte er die größte Show der Tour. Es wurden noch Stücke wie „Wasted Love“, „If I Should Go Before You“ und „Sleeping Sickness“ gespielt, sowie das wunderschöne „Northern Blues“. Natürlich ließ man City and Colour nicht ohne Zugabe ziehen, und dafür kam Dallas Green noch einmal solo zurück auf die Bühne und spielte ein paar Akustikstücke, unter anderem „The Girl“. Und am Ende war dann das Publikum an der Reihe, Danke zu sagen, für einen unsagbar schönen und gefühlvollen Abend.

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