Hozier – ein Konzert für die Seele

Auf den Abend mit Hozier hatte ich mich schon wochenlang vorher gefreut. Und gestern im Palladium Köln war es dann endlich soweit. Was soll ich sagen, die Vorfreude auf dieses Konzert hat sich gelohnt und meine Erwartungen wurden übertroffen. Und Hozier hatte sogar noch einen ganz wunderbaren Special Guest dabei.

Und mit dem möchte ich beginnen. Rhodes nennt sich der junge Brite, der ganz alleine mit seiner Gitarre das Publikum auf den großen Hozier einstimmte und es ganz nebenbei völlig verzauberte. Keine Akustikgitarre, nein, sondern eine elektrische. Und dazu melancholischer, schöner Gesang. Rhodes‘ Musik ist perfekt für stimmungsvolle Abende, für Liebeskummer und sonstigen Herzschmerz, oder auch wenn man gar nicht traurig ist und sich einfach nur in die wohlklingende Musik eines Künstlers mit unglaublicher Stimme einbetten möchte. Seine Stimme war es auch, die mich in erster Linie faszinierte. Die muss ja zweifelsfrei gut sein, wenn man nicht die Möglichkeit hat, sie hinter verschiedenen lauten Instrumenten zu verstecken. Aber Rhodes‘ Stimme hat zudem auch noch eine Klangfarbe, die absolut meinen Geschmack trifft. Er präsentierte Songs aus seinem Album „Wishes“, und das werde ich mir sicher bald zulegen. Dafür hat er mit seinem tollen Auftritt wahrscheinlich nicht nur bei mir gesorgt.

Trotz des hervorragenden Supporting Acts war man letzten Endes wegen des Main Acts im Palladium und erwartete ihn entsprechend freudig. In dem Moment als der Ire Andrew Hozier-Byrne alias Hozier die Bühne betrat, war ihm die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums somit sicher. Wer sein großartiges Album „Hozier“ kennt, der freute sich definitiv nicht nur auf seinen Erfolgshit „Take MeTo Church“, den er natürlich trotzdem zum Besten gab, wenn auch erst gegen Ende des Konzerts. Mit dem wunderschönen Stück „Angel Of Small Death And The Codeine Scene“ als Opener und „From Eden“ und „Jackie and Wilson“ gab er seinem Publikum auch direkt das, worauf es sich gefreut hatte: Viel Gefühl, Soul, Blues und Futter für die Seele, und mit diesen Komponenten füllten er und seine fantastische Band den Abend.

Eines der Lieder auf das ich mich am meisten gefreut hatte, war „In A Week“, auf dem Album ein Duett mit Karen Cowley. Und ich war gespannt wie und mit wem er vorhatte, es umzusetzen. Zu diesem Zweck stellte er dem Publikum seine Cellistin Alana Henderson vor, und es stellte sich heraus, dass die junge Dame nicht nur hervorragend Cello spielen kann, sondern auch eine wunderschöne Stimme hat. Mit ihr sang er dieses schöne Stück, und zusammen verzauberten sie das Publikum.

Es wurde auch viel gelacht an dem Abend, wenn Hozier mit ein paar liebenswerten und humorvollen Kommentaren die Lücken zwischen den Liedern füllte. Für „To BeAlone“ sollte das Publikum stimmlich unterstützen und Hozier versicherte ihm, dass er es nicht verurteilen würde … außer natürlich wenn so richtig schlecht wäre. Liebenswert auch, als er meinte, dass es für ihn bei technischen Problemen auf der Bühne immer ein Trost sei, dass das alles live ist … nicht dass es gerade technische Probleme gäbe.

Natürlich ließ man Hozier auch nicht ohne Zugabe von der Bühne, und die lieferte er gerne, und nicht nur eine. Sehr zu meiner Freude war auch „Cherry Wine“ darunter. Und außerdem „Blackbird“ und „Work Song“. So entließ man ihn gerne in die Nacht, die plötzlich nicht mehr ganz so kalt war wie sie angefangen hatte.

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