Leben und leben lassen auf dem Amphi Festival in Köln

Letztes Wochenende, am 23. und 24. Juli, trafen sich wieder die Anhänger der sogenannten Schwarzen Szene, um sich in teils ziemlich aufwendigen und künstlerischen Outfits und Kostümen am Tanzbrunnen in Köln ein Schaulaufen der anderen Art zu bieten.

Und auch wenn die Farbe Schwarz wie erwartet deutlich überwog, so war tatsächlich auch sehr viel Buntes zu sehen. Vor allem zu neon-farbigemGewand wurde von Cyberpunk-Anhängern doch häufiger gegriffen als ich es erwartet hatte. Andere setzten in erster Linie auf die Devise „weniger ist mehr“, bei den Temperaturen an dem Wochenende sicherlich weniger schweißtreibend als das mehrlagige Korsagenkleid so mancher Gothik Lady. Zu welchem Outfit man sich auch immer entschlossen hat: das Amphi Festival ist die Gelegenheit, klamottentechnisch einfach mal über die Stränge zu schlagen, Kleidung zu tragen, die einem auf offener Straße eher verständnislose Blicke einbringen würde. Nicht so auf dem Amphi Festival: hier ist „Leben und leben lassen“ angesagt. Und auch ich wurde in meiner Normalo-Blue Jeans ganz ohne Probleme akzeptiert. Denn das ist das Schöne bei Events wie diesem. Jeder darf hier so sein wie er ist, und keiner stört sich daran.

Die geladenen Bands waren ebenso breit gefächert, und konnten sich sehen lassen: Am Tag 1 spielten auf den beiden Hauptbühnen unter anderem Megaherz, Stahlzeit, Mono Inc., One I Cinema und Peter Heppner. Headliner waren an dem Tag Blutengel und Front Line Assembly. Am zweiten Tag standen unter anderem Unzucht, SuicideCommando, Ost+Front, L’Âme Immortelle, Moonspell und Project Pitchfork auf den Bühnen. Headliner waren Editors und Joachim Witt. Das Angebot an Künstlern war aber noch weitaus größer. Auf einer weiteren Bühne spielten über die beiden Tage verteilt noch Nosferatu, Der Fluch, Faderhead, Spiritual Front und andere. Ich kannte fast keine der Band von Live-Auftritten, lasse mich aber diesbezüglich immer gerne überraschen. Meine persönlichen Favoriten und teilweise auch Überraschungen waren Unzucht, Mantus, L’Âme Immortelle, Tarja, Project Pitchfork und Editors.

Alles in allem war es ein großartiges Festival. Ich hatte es ja vorher schon einmal angesprochen: Was mir gefiel, war diese unglaublich tolerante Mentalität. Nicht nur einmal geisterte mir der Gedanke durch den Kopf, dass auch die „reale“ Welt genau so funktionieren müsste …

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