Terrorgruppe – So wie es sein sollte !

Freitag Abend, Köln, Jungle Club. Ein Abend, wie er sein sollte. Ein kleiner Club, das Rauchverbot wird nicht ganz so ernst genommen und man riecht, dass hier auch noch was anderes als Tabak geraucht wird. Aber es sei es drum. Denn die Terrorgruppe ist in der Stadt und bereit, die Bude abzureißen.

Den Anfang machen aber als Vorband „The Incredible Herrengedeck“. Die Berliner spielen ebenfalls Punk, allerdings nicht im traditionellen Sinn. Da werden die verschiedensten Genres zusammen geworfen. Von Polka über Schlager und Country bis hin zu Akkustik wird alles geboten. Allerdings scheint das Kölner Publikum sich etwas schwer zu tun mit dem Quartett aus Berlin. Der Applaus am Anfang ist doch noch etwas verhalten, steigert sich aber zum Ende des Sets dann doch noch.

Nach kurzer Umbauphase betreten dann Archie Motherfucker und Kollegen die Bühne und die Party geht los. Mit „Nazis im Haus“ hauen die Berliner direkt ein fettes Brett auf die Planken. Optisch unterstützt wird das ganze durch das wunderschöne Punkte Kleid, das Frontmann Archie trägt. Natürlich nur, weil es seine Stimme unterstütze, so seine Aussage. Zwar ist „Nazis im Haus“ eher ein älteres Stück der Gruppe, aber die Jungs verstehen es perfekt den Song auf die heutige Zeit umzumünzen und so bekommt direkt die AFD ihr Fett weg. Die Band versteht ihr Publikum in ihren Bann zu ziehen und so tauschen sich Publikum und Band verbal auf die netteste Weise aus, aber jeder weiß ja, wie es gemeint ist.

Der restlos ausverkaufte Jungle Club ist am kochen und ich habe längst aufgehöhrt die Stage Diver zu zählen, die auf zahllosen Händen durch den Raum getragen werden. Auch die Band hat sichtlich Spaß und spielt sich quer durch ihre Bandhistorie. „Keine Airbags für die CSU“ gibt es genauso zu hören wie „Mein Skateboard ist wichtiger als Deutschland.“ Auch das K.I.Z. Cover von „Hurra die Welt geht unter“ wird den Kölnern in der Zugabe präsentiert.

Als dann um 22.45uhr die letzten Klänge von „Wir müssen raus“ erklingen, bin ich schon fast traurig, dass es so schnell vorbei ging. Denn so sollten Konzerte sein.. klein, intim, stickig, laut und ehrlich – kurzum: Phantastisch !

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