Brings – Silberhochzeit und ein Stück Leben

„Der leeve Jott muss ne Kölsche sin!“ Der liebe Gott muss ein Kölner sein. Das war wohl die Feststellung des Abends bei einem Ausnahmekonzert der Kölner Rockband Brings im RheinEnergie-Stadion. Hier feierten die Musiker um Peter und Stefan Brings ihr 25jähriges Jubiläum, also Silberhochzeit. Wer die Band kennt, weiß, dass sie sich wie eine Familie betrachten und damit bekommt das Konzertmotto eine echte Bedeutung.

Zuerst sah es am frühen Nachmittag gar nicht nach einem schönen Abend aus, zumindest wettertechnisch. Rock am Ring musste bereits abgesagt werden und auch über dem Stadion in Müngersdorf zogen sich dunkle Wolken zusammen. Bereits im Vorprogramm, bei denen Mambo Kurt, Milieu und Klaus Major Heuser die Besucher anheizten, gab es den ein oder anderen Regenguss. Aber die Kölner sind das ja zum Glück gewöhnt. Vor 5 Jahren an gleicher Stelle sind die Fans beim 20ig Jährigen schon förmlich abgesoffen. Kein Grund nach Hause zu gehen und diese Party zu verpassen. Ganz im Gegenteil. Hausverkauft heiß das Zauberwort und trotz Regen sind alle geblieben.

Es ist ja nicht mein erstes Konzert bei den Kölnern, aber die Stadionkonzerte sind etwas ganz Besonderes. 19:30 Uhr und die Jubelparty startete. Brings heißt auch immer volles Programm bis zum Ende, ohne Pause. Hier bekommen die Fans echte Power geboten. Und dieses Mal mit tatkräftiger Unterstützung.

Dass Brings nicht nur Musik machen, sondern in vielen Projekten insbesondere gegen Rechts ist hinlänglich bekannt. Gemeinsam mit Eko Fresh brachten sie natürlich auch den Song gegen die Einfältigkeit bei den damaligen „Döner-Morden“ als klares Statement auf die Bühne. Und auch der lange Weggefährte Klaus Heuser ließ es sich nicht nehmen gemeinsam mit Peter Brings einige Gitarrenriffs zu performen. Gegen Ende gab es dann ein Treffen der Generationen. Brings und Blääck Fööss gemeinsam auf der Bühne. Mit im Gepäck drei Dudelsackspieler und das Stadion bebte.

Gänsehautfeeling war natürlich auch mit dabei. Wenn ein volles Stadion den „Kölschen Jung“ anstimmt, dann ist das schon ein wahnsinniges Gefühl und eine tolle Geräuschkulisse. Es wurde getanzt und geschunkelt, einfach eine „Superjeilezick“, wobei die zweite Hälfte des Konzertes noch einmal deutlich rockiger wurde. Wenn es dunkel wird und die Bühne in der vollen Beleuchtung steht, ist das eben noch einmal eine ganz andere Stimmung. Mein ganz persönlicher Favorit war allerdings an diesem Abend „Bis ans Meer“. Klasse gemacht und mit einem neuen Intro versehen.
Die Bläck Fööss haben bereits mehr als 45 Jahre zusammen auf dem Buckel und das wünschen wir Brings ebenso. Macht noch lange weiter, setzt euch weiter ein und bleibt genau wie ihr seid. Auf weitere 25 Jahre Rockmusik und weitere 25 Jahre Kölsches Liedgut.

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